Sehr viele folgten am Sonntag, 16. März in Konradsheim der Einladung zum Fastensuppenessen. Die Aktivistinnen der Katholischen Frauenbewegung erzählten im Gottesdienst von den prekären Verhältnissen vor allem für indigene Frauen in Kolumbien. „Wir sagen, dass die Frauen und das Land ein und dasselbe sind, weil das Land allen Lebewesen Leben schenkt, so wie wir Frauen Leben schenken.“ Aida Jacanamejoy Miticanoy bringt es mit dieser Aussage auf den Punkt, warum besonders Frauen um den Erhalt ihrer natürlichen Umwelt kämpfen. Sie ist auf dem offiziellen Plakat des heurigen Familienfasttages das Gesicht für das Frauennetzwerkes Secoldes. In Putumayo und angrenzenden Regionen werden vor allem indigene Frauen ermächtigt und geschult, sich für Menschenrechte, Bodenschutz und als Waldhüterinnen einzusetzen. Sie tun das mit viel Mut und sie müssen es im Angesicht alltäglicher gewalttätiger Konflikte im Lande tun. Die Katholische Frauenbewegung bezieht in ihren offiziellen Unterlagen zum Familienfasttag klar Position: „Die Klimakrise betrifft uns alle, aber nicht alle gleich. Besonders betroffen von den Auswirkungen sind oft jene, die am wenigsten zur Krise beigetragen haben, wie Frauen im Globalen Süden. Während der Globale Norden, der Hauptverursacher der Klimakrise, vergleichsweise mild getroffen wird und Unterstützung bei Anpassung und Wiederaufbau erhält, leiden Menschen im Globalen Süden massiv unter den Auswirkungen.“ Deshalb heißt es programmatisch: „Gemeinsam für mehr Klimagerechtigkeit“. In Kolumbien werden im Bergbau, durch Erdölförderung und in landwirtschaftlichen Plantagen unter großer lokaler Schädigung unheimlich viele natürliche Ressourcen für den Globalen Norden ausgebeutet. Dass es Frauennetzwerken über Jahrzehnte gelingt, Erdölunternehmungen von ihren Regenwaldgebieten fernzuhalten, ist ein großer Erfolg. Der zerstörerische Ressourcenhunger des Nordens ist im Sinne der Klimagerechtigkeit natürlich eine ernste Anfrage an die Lebens- und Produktionsweisen des Globalen Nordens. Daher vertritt die Katholische Frauenbewegung in Solidarität mit vielen Frauen im Globalen Süden die Forderung: „Um Klimagerechtigkeit leben zu können, braucht es einen Systemwechsel in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Weg von einem wachstumsorientierten System hin zu einem kreislauforientierten System, das das Wohlergehen aller Menschen einbezieht. Dazu gehört auch die Vereinbarung und Umsetzung global verbindlicher Klimaziele.“
Die Frauen in Konradsheim haben am Fastensuppensonntag großen Einsatz gezeigt. Sie können 1300 Euro für die Projekte überweisen. Es war erfrischend, im Gottesdienst von so starken Frauen, von ihrem entschiedenem Umwelt- und Klimaschutz zu hören und von so solidarischen Frauen vor Ort wohlschmeckende Suppen angeboten bekommen zu haben. Die Frauen sind wahrlich Trägerinnen und Hüterinnen des Lebens.